Im Jahr 1987 war die alte Kapelle fast zerfallen. Sie stand in Tschechien. Damals hieß das Land Tschechoslowakei.

Ein Brief aus Tschechien
Im Jahr 1988 hat ein Mann einen Brief geschrieben. Der Mann hat in Prachatitz gelebt. Er hat den Brief an Emil Weber geschickt.
In dem Brief steht: Ich kenne die Kapelle von früher. Damals war sie noch schön. Leider ist sie jetzt fast kaputt. Das ist sehr schade.
Der Mann schreibt weiter: Dieses Jahr wird die Kapelle repariert. Der Staat bezahlt das. Einfache Menschen haben das gefordert. Sie lieben den Böhmer-Wald.
Und er schreibt: Die neue Kapelle in Philippsreut hat geholfen. Darum hat man auch die alte Kapelle repariert.


Bei der Reparatur blieb nur wenig vom alten Bau. Nur die Mauern. Und die Holz-Wand vorne. Alles andere ist neu. Das Dach hat jetzt Holz-Schindeln.
Der Mann hat noch etwas gefunden. Ein alter Brett aus der Kapelle. Auf dem Brett stehen Namen. Und das Jahr 1871. Der Mann wollte Emil Weber das Brett schenken.
Das Fest im Jahr 1990
Im August 1990 gab es ein Fest. Es war ein Wunder für viele Menschen.
Vorher durfte niemand zur Kapelle gehen. Dort war Stachel-Draht. Und Verbots-Schilder. Denn dort war die Grenze.
Beim Fest kamen viele Menschen. Sie kamen von 3 Seiten. Deutsche Menschen und tschechische Menschen.

Der Bischof von Budweis hat den Gottes-Dienst gefeiert. Er hat auf Tschechisch gesprochen. Und auf Deutsch.
Der Bischof hat gesagt: Wir kommen von beiden Seiten der Grenze. Wir wollen Frieden machen. Unser Weg soll ein Weg zum Frieden sein. Und ein Weg zur Versöhnung.
Deutsche und Tschechen haben zusammen gesessen. Sie haben zusammen gesungen. Und zusammen gebetet.
